Ja sowas, sind die Wissenschaftler etwa selbst mit einer Erwartungshaltung da reingegangen?
In Fragebögen und Gesprächen wirkten manche Antworten „diagnosegeleitet“: Symptome, die zum gewünschten Label passen, würden betont
Pöh, jeder der in der Vergangenheit so was ausgefüllt bzw. ausgewertet hat, weiss dass das nicht erst seit gestern der Fall ist.
Alles in allem finde ich den Artikel interessant und wichtig, aber irgendwie unnötig wertend, und ich habe das Gefühl dass die Wertung aus der Studie selbst kommt. Ich hätte gerne mehr von den befragten PsychologInnen selbst gehört.
Das alles hätte man wahrscheinlich auch anders wiedergeben können, ohne z.B. das “Laienwissen” der Betroffenen abzuwerten (das Phänomen “Dr. Med. Google” ist ja jetzt auch nix neues mehr).
Zudem berichteten die befragten Psychologen von geringer Offenheit ihrer Patienten für alternative Erklärungen, von verzerrten Vorstellungen diagnostischer Kriterien sowie einer Tendenz, Alltagsphänomene zu pathologisieren.
Auch das hier hätte ich lieber direkt aus dem Mund der Befragten gehört, wahrsch. etwas neutraler phrasiert.
Die Studie ist übrigens am Ende des Artikels verlinkt und da findest du auch direkte Zitate aus den Antworten.
Muss gestehen, dass ich jetzt auch nicht so viel Erfahrung mit Studien hab und dadurch nicht abschätzen kann, wie gut sie ist (wissenschaftlich gesehen), aber liest sich für mich alles weniger wertend als der Artikel.
Mein Eindruck ist, dass sich der Artikel auf eine bestimmte Gruppe fokussiert. Nämlich: möchte eine Diagnose, um die eigene Identität zu stärken, aber eigentlich nicht an einer Besserung interessiert.
Die Studie ist da breiter.
Der Titel: “Increasing self- and desired psychiatric diagnoses among emerging adults: Mixed-methods insights from clinical psychologists”
“Mixed methods” macht mich misstrauisch aber naja, auch ich bin kein Wissenschaftler.
Aber direkt der erste Satz bestätigt meinen Verdacht:
Anecdotal observations suggest that self-diagnoses and desired psychiatric diagnoses may be increasing among emerging adults, yet systematic evidence from clinical practice is scarce.
Hört sich für mich sehr nach Erwartungshaltung an. Aber auch hier lasse ich mich gerne eines Besseren belehren.
Hört sich für mich sehr nach Erwartungshaltung an.
Das ist der Anfang vom Abstact. Die Behauptung eröffnet die Forschungsfrage (den Gegenstand dieser Studie) und enthält nur die Feststellung (bzw. Bewertung), dass die Behauptung (self-diagnoses and desired psychiatric diagnoses may be increasing among emerging adults) bisher (also vor dieser Studie) auf sehr wackeligen Beinen steht (yet systematic evidence from clinical practice is scarce), an diesem Punkt also Forschungsbedarf bestand, weshalb nun diese Studie durchgeführt wurde, ob sich diese These mit Fakten untermauern lässt oder nicht.
Ja sowas, sind die Wissenschaftler etwa selbst mit einer Erwartungshaltung da reingegangen?
Pöh, jeder der in der Vergangenheit so was ausgefüllt bzw. ausgewertet hat, weiss dass das nicht erst seit gestern der Fall ist.
Alles in allem finde ich den Artikel interessant und wichtig, aber irgendwie unnötig wertend, und ich habe das Gefühl dass die Wertung aus der Studie selbst kommt. Ich hätte gerne mehr von den befragten PsychologInnen selbst gehört.
Das alles hätte man wahrscheinlich auch anders wiedergeben können, ohne z.B. das “Laienwissen” der Betroffenen abzuwerten (das Phänomen “Dr. Med. Google” ist ja jetzt auch nix neues mehr).
Auch das hier hätte ich lieber direkt aus dem Mund der Befragten gehört, wahrsch. etwas neutraler phrasiert.
Die Studie ist übrigens am Ende des Artikels verlinkt und da findest du auch direkte Zitate aus den Antworten.
Muss gestehen, dass ich jetzt auch nicht so viel Erfahrung mit Studien hab und dadurch nicht abschätzen kann, wie gut sie ist (wissenschaftlich gesehen), aber liest sich für mich alles weniger wertend als der Artikel.
Mein Eindruck ist, dass sich der Artikel auf eine bestimmte Gruppe fokussiert. Nämlich: möchte eine Diagnose, um die eigene Identität zu stärken, aber eigentlich nicht an einer Besserung interessiert. Die Studie ist da breiter.
Danke 👍
Hier ist der Link: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1697260025001188
Der Titel: “Increasing self- and desired psychiatric diagnoses among emerging adults: Mixed-methods insights from clinical psychologists”
“Mixed methods” macht mich misstrauisch aber naja, auch ich bin kein Wissenschaftler.
Aber direkt der erste Satz bestätigt meinen Verdacht:
Hört sich für mich sehr nach Erwartungshaltung an. Aber auch hier lasse ich mich gerne eines Besseren belehren.
Das ist der Anfang vom Abstact. Die Behauptung eröffnet die Forschungsfrage (den Gegenstand dieser Studie) und enthält nur die Feststellung (bzw. Bewertung), dass die Behauptung (self-diagnoses and desired psychiatric diagnoses may be increasing among emerging adults) bisher (also vor dieser Studie) auf sehr wackeligen Beinen steht (yet systematic evidence from clinical practice is scarce), an diesem Punkt also Forschungsbedarf bestand, weshalb nun diese Studie durchgeführt wurde, ob sich diese These mit Fakten untermauern lässt oder nicht.