Mecklenburg-Vorpommern steht vor einer der größten Wirtschaftsinvestitionen in der Geschichte des Landes. In Dummerstorf bei Rostock soll ein riesiges Rechenzentrum entstehen. Der Bau hat nach NDR Informationen einen Wert von mehreren Milliarden Euro.
“Es ist ein Riesen-Knaller”, freut sich der Präsident der IHK Rostock, Klaus-Jürgen Strupp. Er spricht von einem Durchbruch für die Region. Nach NDR Informationen will die Digital-Sparte der Schwarz-Gruppe - ein Handelsunternehmen aus Neckarsulm in Baden-Württemberg mit den Ketten Lidl und Kaufland - in Dummerstorf ein Rechenzentrum entstehen lassen. Die Grundstücke im Gewerbegebiet südlich von Rostock sind schon vor Monaten gekauft worden. Bau-Genehmigungen liegen nach Angaben von Insidern vor, auch die Umweltbehörden sollen grünes Licht gegeben haben.
Abnehmer für grünen Strom?
In einer ersten Ausbaustufe geht es offenbar um Investitionen von bis zu zwölf Milliarden Euro allein für die Hardware. Ein Sprecher des Unternehmens wollte die Zahl nicht bestätigten. Details nannte er nicht, deutete aber an, dass es zum Start des Projekts um deutlich weniger Geld gehe. Das Rechenzentrum soll die Anwendungen Künstlicher Intelligenz beschleunigen und weitgehend unabhängig von US-amerikanischen Servern sein. Mecklenburg-Vorpommern werde, so frohlocken Wirtschaftsvertreter, ein Faktor in der Digitalwirtschaft. Unklar ist, wie viele Jobs entstehen. Es wird vor allem mit Arbeitsplätzen bei Dienstleistern wie dem Sicherheitspersonal gerechnet, da für den Betrieb von Rechenzentren selbst vergleichsweise wenig Personal gebraucht wird. Der Bau der Riesenanlage könnte auch einen Boom für die Erneuerbaren Energien bedeuten. Das Rechenzentrum braucht jede Menge Strom - Mecklenburg-Vorpommern kann ihn auf kurzem Weg liefern. Schon jetzt produziert das Land mehr Strom als es verbraucht.
Landesförderung zugesagt
Die Server schaffen außerdem viel Abwärme. Die soll für die Stadt Rostock genutzt werden. Entsprechende Verträge mit den Stadtwerken sind offenbar unter Dach und Fach. Lange waren die Pläne Zukunftsmusik, die Vorbereitungen liefen hinter den Kulissen. Als Treiber gilt vor allem die Gemeinde Dummerstorf, die durch den Bau mit einem deutlichen Plus bei den Gewerbesteuern rechnen kann. Denn die Bundesregierung plant, Kommunen stärker zu beteiligen. Die Landesregierung will an diesem Donnerstag Einzelheiten präsentieren. Nach NDR Informationen ist eine Landesförderung bereits zugesagt. Einzelheiten will die Landesregierung an diesem Donnerstag bei einem gemeinsamen Termin in der Staatskanzlei bekannt geben. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) spricht von einer “Großansiedlung”. Erwartet wird dann auch der Chef der Schwarz-Gruppe, Gerd Chrzanowski. Sein Unternehmen plant bereits im brandenburgischen Lübbenau ein weiteres Rechenzentrum. Investitionssumme dort: 11 Milliarden Euro.
Oh, super, Deutschland kriegt auch eine teure Bauruine, die unfertig rumsteht wenn in ein paar Jahren die Blase platzt.
Vielleicht haben wir dann eine schöne große Halle, um Lasertag zu spielen!
Mir wird das von den Medien zu sehr abgekultet - alle berichten darüber mit tollen Schlagzeilen wie “Der Strom wird dadurch für alle günstiger” und das glaube ich erst, wenn ich es sehe.
Der Anwendungsfall ist ja auch glasklar:
Das Rechenzentrum soll die Anwendungen Künstlicher Intelligenz beschleunigen
Ich hoffe, das wird nicht so ein lautes, schreiendes Riesengebäude von dem alle abgefuckt sind (wie die typischen KI-Rechenzentren in den USA) und das Ding hat nach dem Platzen der Blase tatsächlich auch noch einen Nutzen. Immerhin wollen die Stadtwerke die Abwärme für Fernwärme nutzen, ob dadurch meine Heizkosten sinken, glaube ich auch erst wenn ich es sehe.
Vor allem will das Ding auch gekühlt werden… sehe jetzt schon die ersten Schlagzeilen: “In Dummerstorf wird das Wasser knapp” oder so ähnlich.
Der Aufschrei wird groß sein, wenn das Ding erstmal steht und in Betrieb genommen wird, ich fürchte vorher wird da leider nicht viel passieren. :(



